DAAD-Projekt Digital Lifestyle

Malaysian young talent meets German know-how

Mit King Wei Lo und Yan Xin Ng brachte das DAAD-Projekt "Digital Lifestyle" dem Karten-Team von Heidelberg Mobil zwei Nachwuchstalente, die wir vermissen werden. Zeit für eine Rückschau auf die vergangenen vier Monate.

Malaysian young talent meets German know-how

Wie ein DAAD-Projekt kluge Köpfe und Praxiswissen zusammenbringt


In der Teeküche locken exotische Leckereien: saftiger Batik-Kuchen, Kokos-Reiscracker und süß-salzige Cashew- und Erdnuss-Kekse stehen bereit, um das Team von Heidelberg Mobil auf einen kulinarischen Kurztrip nach Asien zu entführen. Zu verdanken ist das kleine Buffet Yan Xin Ng – alias YS – und King Wei Lo, genannt Kiwi. Die beiden Studenten der renommierten Universiti Teknologi Malaysia (UTM) haben in den vergangenen vier Monaten das Map-Team als Praktikanten unterstützt. Dieser Tage steht für sie nicht nur das auch in Malaysia gefeierte chinesische Neujahrsfest an, sondern leider auch schon der Abschied von Heidelberg Mobil.

An den Neckar gelangten die beiden Studenten durch ein DAAD-Projekt der RWTH Aachen mit dem Titel „Digital Lifestyle / Software Engineering“, das 2016 bewilligt wurde und noch bis 2019 läuft. Ziel des Vorhabens ist es, einen Wissenstransfer zwischen malaysischen Studierenden und deutschen Unternehmen herzustellen, durch den einerseits das Business Development in Südostasien profitiert und andererseits die beteiligten Industriepartner talentierten Nachwuchs rekrutieren können – denn gefördert werden nur die Besten des Semesters. „Für uns als IT-Unternehmen ist es eine tolle Gelegenheit, hochqualifizierten Nachwuchs für unsere Arbeit zu gewinnen und uns dadurch auch international weiter zu vernetzen“, resümiert Geschäftsführer Dr. Matthias Jöst.

Seit einem wissenschaftlichen Gastvortrag  an der UTM im Jahre 2014 steht Jöst in engem Kontakt mit der UTM und unterstützte von Anfang an aktiv die Pläne zum 2016 bewilligten DAAD-Projekt. Denn zur praktischen Umsetzung benötigten die Initiatoren Professor Toni Anwar (Fakultät für Software Engineering / UTM) und Professor Steffen Leonhardt (Studiendekan an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik / RWTH Aachen) verlässliche Partner aus der Industrie, die die hervorragend ausgebildeten Studenten in Unternehmensprojekte einbinden und auf diese Weise wertvolles Praxiswissen vermitteln. Neben Hauptpartner Heidelberg Mobil waren auch die IVU Traffic Technologies AG mit Sitz in Berlin und Aachen sowie die Kisters AG  mit an Bord. „Besonders im Tourismusbereich, der in Südostasien stark zugewinnt, werden dringend mobile Lösungen gesucht“, erklärt Jöst. „Da freut es uns, wenn wir unser Know-how im Bereich Geo-IT weitergeben können.“

Ein Campusnavigator für die UTM

Wie gut sich Kiwi und YS dank ihres Praktikums mit der Integration von Geoinformationen großflächiger Einrichtungen und der Darstellung interaktiver Karten auf mobilen Endgeräten inzwischen auskennen, zeigt ihre Abschlussarbeit: Sie haben einen mobilen Campusnavigator für die UTM entwickelt, der Studenten und Besucher zum gewünschten Ort an ihrer Fakultät lotst.

Deep UTM, wie sie die App in Anlehnung an die zugrunde liegende Deep MapTM Kartentechnologie getauft haben, bietet dem Nutzer nicht nur das Routing zur Mensa oder zum Büro des Professors, sondern liefert neben dem Standort gleich Foto, Zimmernummer und Kontaktdaten mit.

Auf Basis von Crowdsourcing entwickelten die beiden außerdem ein Bustracking: User, die gerade im Bus fahren, teilen ihre aktuelle Position, sodass andere Nutzer sehen können, wo sich der Bus gerade befindet. „Im März stellen wir die App dem Dekan unserer Fakultät vor. Er hat Interesse signalisiert, unsere Anwendung an der UTM zu implementieren“, freut sich YS. An Ideen zu neuen Features mangelt es Kiwi und ihm jedenfalls nicht.

Nach vier Monaten deutschen (Arbeits-)Alltags nehmen die jungen Entwickler nicht nur Praxiserfahrung in verschiedensten Bereichen des Software Designs mit zurück nach Hause, sondern auch überraschende Einblicke in andere Lebensmodelle: „Dass der Staat junge Eltern finanziell dabei unterstützt, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, finden wir klasse!“

Für die Zeit nach dem Examen steht aber erst mal keine Familiengründung an: „Arbeiten und Geld verdienen – es ist Zeit für das wahre Leben“, findet YS. Das deckt sich mit Kiwis Plänen, der ergänzt: „Und etwas Großartiges auf die Beine stellen!“

Wir wünschen den beiden viel Erfolg!

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